Tender Automation

, aktualisiert · 12 Min Lesezeit · Paul Fel

Ausschreibungssoftware Vergleich 2026: Die besten Tools für Bieter

Der Markt für Ausschreibungssoftware wächst schnell — und das aus gutem Grund. Wer öffentliche Aufträge gewinnen will, kann sich manuelle Prozesse immer weniger leisten: zu viele Ausschreibungen, zu wenig Zeit, zu kurze Abgabefristen. Es gibt allerdings nicht "das beste Tool". Die richtige Wahl hängt davon ab, an welcher Stelle Sie gerade feststecken.

Transparenzhinweis: Tender Automation ist unser eigenes Produkt. Wir vergleichen nach bestem Wissen und haben jede Angabe zu anderen Anbietern am 30. September 2026 gegen deren öffentliche Websites geprüft — neutral sind wir trotzdem nicht, und das sollten Sie beim Lesen mitdenken. Deshalb steht hier auch, wo andere stärker sind als wir: Unsere Ausschreibungssuche wertet 12 Quellen aus, die großen Aggregatoren ein Vielfaches davon. Und Angaben über uns selbst stammen aus dem Produkt, nicht aus dem Marketing — Preise aus der Preisliste, Bestandszahlen aus derselben Zählung, die auch die Suche verwendet.

Drei Fragen, drei Wege durch diesen Artikel

Praktisch jeder, der nach Ausschreibungssoftware sucht, kommt mit einer von drei Fragen. Springen Sie direkt zu Ihrer:

  1. "Wo finde ich überhaupt passende Ausschreibungen?" — Discovery-Tools, Quellenabdeckung und was davon kostenlos zu haben ist.
  2. "Ich habe die Unterlagen — wer hilft mir beim Auswerten?" — Analyse-Tools, und warum die Art Ihres Dokuments dabei mehr entscheidet als die Feature-Liste.
  3. "Was kostet das alles?" — die Kostenübersicht: was ohne Zahlung nutzbar ist und wo der erste Euro fällig wird.

Die vier Kategorien im Markt

Zur Einordnung vorweg, weil die Begriffe in Anbieterwebsites durcheinandergehen:

  • Discovery-Tools aggregieren öffentliche Ausschreibungen aus verschiedenen Plattformen (TED, DTVP, evergabe, Bund, Länder, Kommunen) und melden neue relevante Vergaben. Sie lösen die Informationsbeschaffung, helfen aber nur begrenzt bei der inhaltlichen Auswertung. Typische Vertreter: DTAD, Vergabepilot.ai, bidfix.ai.
  • Analyse-Tools lesen das eigentliche Dokument — Leistungsverzeichnis, Lastenheft, Spezifikation — und helfen, Positionen zu verstehen, Hersteller zuzuordnen und Anfragen zu erzeugen. Der zeitintensivste Schritt und der mit dem größten Automatisierungshebel. Typische Vertreter: Tender Automation, kinisto, GAEB.ai.
  • Bid-Management unterstützt die Angebotserstellung selbst: Texte generieren, Dokumente strukturieren, interne Freigaben koordinieren. Meist für Unternehmen mit eigenem Bid-Team. Typische Vertreter: Brainial, Aitenders.
  • Full-Suite deckt alle Phasen ab — Discovery, Analyse, Kalkulation, Angebotsmanagement. Vorteil: Integration. Nachteil: häufig höhere Kosten und weniger Tiefe im Einzelbereich.

Frage 1: Wo finde ich passende Ausschreibungen?

Bei Discovery zählt vor allem Breite: je mehr Quellen ein Anbieter auswertet, desto weniger geht Ihnen durch die Lappen. Hier sind die spezialisierten Aggregatoren stark. DTAD nennt auf der eigenen Website über 12.000 Quellen, Vergabepilot.ai mehr als 300 Portale, bidfix.ai „100 % Abdeckung in DE & EU“. Ein kostenloser Einstieg ist verbreitet: Vergabepilot.ai hat einen kostenlosen BASIC-Tarif mit monatlichem Kontingent, bidfix.ai einen kostenlosen Einstieg, der nach eigenen Angaben die Suche über alle Ausschreibungen umfasst.

Der zweite Faktor ist die Vorauswahl: Eine Trefferliste mit 300 neuen Vergaben pro Woche ist kein Fortschritt gegenüber der Portalsuche. Semantische Suche, Profil-Matching und KI-Relevanzbewertung sind daher inzwischen bei allen größeren Anbietern zu finden.

Bei Tender Automation ist die Ausschreibungssuche Teil des kostenlosen Zugangs — es gibt kein separates Discovery-Abo. Ausgewertet werden 12 Quellen, darunter TED (EU-weit), oeffentlichevergabe.de und service.bund.de. Das ist bewusst weniger als bei den reinen Discovery-Spezialisten; wer flächendeckende Marktbeobachtung über jedes kommunale Portal braucht, ist mit einem großen Aggregator besser bedient.

Wie viel steckt in einer kostenlosen Ausschreibungssuche?

Weil "kostenlos" für sich genommen nichts über den Nutzen aussagt, hier die konkrete Größenordnung unserer eigenen Ausschreibungssuche. Stand 02.10.2026: 50.273 laufende Ausschreibungen, davon 50.272 aus Europa und 16.885 aus Deutschland.

Gezählt wird wie in der Suche: laufende Verfahren, keine abgelaufenen und keine Dubletten. Die Zahlen werden laufend neu berechnet; der Bestand ändert sich täglich.

Frage 2: Wer hilft mir beim Auswerten der Unterlagen?

Sobald die Unterlagen auf dem Tisch liegen, verschiebt sich die Frage. Jetzt geht es darum, aus zweihundert Seiten herauszulesen, was Sie eigentlich anbieten sollen, welche Produkte gemeint sind und ob sich das Ganze überhaupt lohnt. Genau hier trennen sich die Tools — und zwar an einer Stelle, die in Vergleichstabellen so gut wie nie auftaucht.

Ihre Ausschreibung ist nicht immer ein Leistungsverzeichnis

Praktisch jedes Analyse-Tool ist auf das klassische Positions-Leistungsverzeichnis optimiert: Position, Menge, Einheit, Einheitspreis. Ein erheblicher Teil der realen Vergaben sieht aber anders aus — und wenn ein Tool das nicht bemerkt, presst es Ihr Dokument in eine Form, in die es nicht gehört. Sie bekommen dann "Positionen" ohne Mengen, Hersteller für Dinge, die keinen Hersteller haben, und eine Abdeckungsquote, die für dieses Dokument schlicht bedeutungslos ist.

Tender Automation trennt deshalb zwei Fragen: Was verlangen die Unterlagen insgesamt — und was davon liegt als Position mit Menge vor? Ihre Ausschreibung wird als das behandelt, was sie ist:

  • Die Analyse liest das komplette Vergabepaket und fasst Leistungsumfang, Eignung und Referenzen, Zuschlagskriterien, Fristen, Risiken und die einzureichenden Unterlagen zusammen — jede Aussage mit Fundstelle und wörtlichem Zitat im Original. Dazu kommen Fragen an die Unterlagen, eigene Entscheidungskriterien und eine Eignungsprüfung gegen Ihr Firmenprofil. Das funktioniert für ein Lastenheft oder einen Anforderungskatalog ohne eine einzige Menge genauso wie für ein Bau-LV.
  • Der Anbieter-Check liest die Positionen aus GAEB (GAEB 90, GAEB 2000, DA XML), ÖNORM A2063, Excel-Preisblättern, Word und PDF — je Position mit Ordnungszahl, Menge, Einheit, Los und Fundstelle. Zu jeder Position schlägt er bis zu drei Hersteller oder Vertriebspartner aus einem Register mit belegten Leistungsquellen vor, jeden mit Begründung und Vertrauensstufe. Namen, die das LV selbst nennt, erscheinen mit dem wörtlichen Zitat; ein offener Standard wie KNX, DALI oder BACnet gilt dabei als Schnittstelle, nicht als Hersteller, und reine Dienstleistungs-, Software- und Lizenzpositionen bekommen keinen Herstellernamen. Daraus entstehen eine Anfrageliste als Excel mit einem Blatt je Hersteller, eine CSV aller Positionen und ein Angebotspaket als ZIP.
  • Die Angebotsmappe macht daraus Arbeitsdokumente: eine Konformitätstabelle aller Anforderungen mit Fundstelle als Excel, mit den Spalten „Erfüllt“, „Nachweis“ und „Anmerkung“ zum Ausfüllen — vorbelegt, wo Ihre Eignungsprüfung eine Anforderung bereits beantwortet hat —, je Anbieter einen Anfrageentwurf mit Positionen und Mengen und eine Mappe mit Fristen, Unterlagen und offenen Punkten als PDF und Word. Einzelne Anforderungen lassen sich an Kolleginnen, Kollegen oder externe Zuarbeiter verteilen und dort beantworten.

Einzelne Bausteine gibt es durchaus auch anderswo: bidfix.ai prüft nach eigenen Angaben Kriterien, Fristen und Eignung automatisch, der KI-Assistent von DTAD zieht Eignungs- und Zuschlagskriterien aus den Unterlagen.

Ehrlichkeit ist hier eine Design-Entscheidung, kein Zufall

Der gemeinsame Nenner: Das Tool behauptet nichts, was es nicht belegen kann. Jede Aussage der Analyse führt zur Fundstelle im Original. Ein Herstellervorschlag trägt seine Vertrauensstufe sichtbar mit sich, seine Leistungsbelege stehen mit Quelle und Zitat daneben, und er bleibt ein Vorschlag: Die Lieferfähigkeit bestätigt erst der Anbieter, deshalb wird auch ein sehr sicherer Treffer höchstens als „wahrscheinlich“ geführt. Findet das Register für eine Warengruppe keinen passenden Hersteller, sagt die Ansicht das und nennt den Grund, statt eine Zuordnung zu erfinden. Eine Kennzahl, die einen Prozentpunkt niedriger, dafür aber wahr ist, hilft Ihnen bei der Angebotsentscheidung mehr als eine geschönte.

Das ist im KI-Markt keine Selbstverständlichkeit: Sprachmodelle füllen Lücken bereitwillig mit plausibel klingenden Antworten. Wer damit kalkuliert, merkt den Unterschied erst beim Nachrechnen. Mehr dazu, wie die Zuordnung im Detail funktioniert, steht in Produktneutrale Ausschreibungen: Hersteller finden und im Guide zum Auswerten von Leistungsverzeichnissen.

Formate: der unspektakulärste Grund, warum ein Tool scheitert

Bevor Features zählen, muss die Datei überhaupt aufgehen. In der Praxis scheitert es oft an den unbequemen Fällen: GAEB 2000 (.p8x), das ältere AVA-Programme exportieren; die österreichische ÖNORM A2063; ein ZIP mit dem kompletten Vergabepaket; oder schlicht eine Vergabe-Mail mit Anhängen. Tender Automation liest das komplette Vergabepaket als ZIP und darin PDF (gescannte Seiten per Texterkennung), Word (.docx), Excel (auch .xlsm), PowerPoint, CSV, E-Mails als .eml, GAEB in allen drei Generationen (GAEB 90, GAEB 2000, DA XML) und ÖNORM A2063 (.onlv/.onlb). Welche GAEB-Variante Sie vor sich haben, klärt unser Guide zum Öffnen und Auswerten von GAEB-Dateien.

kinisto erkennt nach eigenen Angaben die Positionen aus E-Mail, PDF- oder GAEB-Datei und richtet sich an den Baustoffhandel; GAEB.ai deckt GAEB, PDF, Excel und Portal-Exporte ab und dockt an ERP-, PIM- und CRM-Systeme an. Prüfen Sie diesen Punkt immer mit einer echten eigenen Datei, nicht mit der Demo-Datei des Anbieters.

Frage 3: Was kostet das alles?

Die für eine Entscheidung wichtigste Frage ist selten "hat es KI" — das haben inzwischen alle. Sie lautet: Womit kann ich sofort anfangen, ohne zu zahlen, und was kostet der Schritt danach? Genau danach ist diese Tabelle sortiert. Wo ein Anbieter keinen Preis veröffentlicht, steht das so da — wir schätzen nicht.

ToolKategorieKostenlos enthaltenKostenpflichtig abSofort testbar
Tender AutomationAnalyse + DiscoveryAusschreibungssuche (12 Quellen) und 3 Analysen je Monat29 EUR je Monat bei jährlicher ZahlungJa
bidfix.aiDiscovery + AnalyseSuche über „alle Ausschreibungen“ (nach eigenen Angaben)Preis nicht veröffentlichtJa
Vergabepilot.aiDiscovery + BewertungBASIC-Tarif (50 Credits pro Monat)60 EUR/Monat (PROFESSIONAL), 125 EUR/Monat (ULTIMATE)Ja
kinisto.comAnalyse (Bau / LV)Kein öffentlicher Gratis-ZugangPreis nicht veröffentlichtNein (Demo-Termin)
GAEB.aiAnalyse (Elektrohandwerk)Kostenlose Testauswertung eigener UnterlagenPreis nicht veröffentlichtNach Einsenden von 2–3 Ausschreibungen
DTADDiscovery / AggregatorUnverbindlicher Test auf AnfragePreis nicht veröffentlichtNach Kontaktaufnahme
BrainialBid-ManagementKein öffentlicher Gratis-ZugangPreis nicht veröffentlichtNein (Demo-Termin)

Stand: 30. September 2026. Alle Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Websites; wo dort kein Preis steht, steht hier "nicht veröffentlicht" statt einer Schätzung. Preise und Features ändern sich laufend — prüfen Sie immer die aktuellen Anbieterwebsites vor einer Kaufentscheidung.

Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens: Der kostenlose Einstieg ist im Markt angekommen — bei Discovery praktisch überall, bei der Analyse deutlich seltener. Zweitens: Fünf der sieben Anbieter nennen keinen Preis. Das ist bei erklärungsbedürftigen Enterprise-Produkten üblich, kostet Sie als Käufer aber Vergleichbarkeit und mindestens ein Vertriebsgespräch.

Zu unserem eigenen Modell: Es gibt vier Pläne, vom kostenlosen Einstieg mit 3 Analysen je Monat bis zum Team-Plan für mehrere Plätze. Alle Preise stehen offen auf der Preisseite.

Worauf Sie bei der Tool-Auswahl achten sollten

Die folgende Checkliste hilft Ihnen, das richtige Tool für Ihren Anwendungsfall zu identifizieren — unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich am Ende entscheiden:

Format-Support

  • Unterstützt das Tool Ihre häufigsten Dokumentformate? (PDF, GAEB, Excel, Word)
  • Werden auch die unbequemen Fälle abgedeckt — GAEB 2000 (.p8x), ÖNORM A2063, ein ZIP mit dem kompletten Vergabepaket, eine Vergabe-Mail mit Anhängen?
  • Kann es mit schlechter OCR-Qualität oder gescannten Dokumenten umgehen?
  • Gibt es eine API oder nur manuelle Uploads?

Umgang mit unterschiedlichen Dokumentklassen

  • Was passiert, wenn Sie ein Lastenheft ohne Mengen hochladen?
  • Erfindet das Tool Positionen und Hersteller — oder sagt es Ihnen, dass dieses Dokument anders funktioniert?
  • Können Sie jede Kennzahl bis zur Quelle zurückverfolgen? Eine Abdeckungsquote ohne nachvollziehbare Grundgesamtheit ist keine Information.

Sprachunterstützung

  • Bearbeiten Sie Ausschreibungen nur auf Deutsch oder auch international?
  • Wenn Sie auf EU-Vergaben reagieren möchten: Werden polnische, tschechische oder französische Dokumente korrekt verarbeitet?

Self-Service vs. Enterprise-Onboarding

  • Können Sie das Tool sofort testen — ohne Demo-Gespräch und Vertriebsprozess?
  • Gibt es eine Freemium- oder Trial-Option?
  • Wie lange dauert die Einrichtung bis zum ersten Ergebnis?

Preis-Leistung

  • Gibt es ein transparentes Preismodell (pro Analyse, pro Monat, pro Nutzer)?
  • Skaliert der Preis mit Ihrer Nutzung — oder zahlen Sie auch für Monate mit wenig Aktivität?
  • Steht der Preis überhaupt auf der Website, oder nur "auf Anfrage"?

Datenschutz

  • Wo werden Ihre Ausschreibungsdokumente gespeichert? (EU-Server relevant für DSGVO)
  • Werden Ihre Dokumente für KI-Training verwendet?
  • Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Für wen eignet sich welches Tool?

Kleine Händler und Bieter (10–50 Mitarbeiter)

Sie bearbeiten Ausschreibungen neben dem Tagesgeschäft. Zeit ist knapp, IT-Ressourcen sind begrenzt, und Sie brauchen ein Tool, das sofort funktioniert — ohne Implementierungsprojekt und ohne Vertriebsgespräche.

Empfehlung: Self-Service-Analyse-Tools wie Tender Automation sind hier am besten geeignet. Unterlagen hochladen, Ergebnis in Minuten, 3 Analysen je Monat kostenlos — und die Ausschreibungssuche ist im kostenlosen Zugang enthalten, sodass Sie ohne zweites Abo anfangen können. Reicht Ihnen die Quellenabdeckung nicht, ist ein spezialisiertes Discovery-Tool wie Vergabepilot.ai oder bidfix.ai die naheliegende Ergänzung; beide bieten ebenfalls einen kostenlosen Einstieg.

Mittelstand (50–200 Mitarbeiter)

Sie haben ein kleines Ausschreibungs-Team und bearbeiten regelmäßig mehrere Vergaben gleichzeitig. Der Engpass liegt oft bei der Analyse und den Herstelleranfragen, nicht bei der Discovery.

Empfehlung: Eine Kombination aus Discovery-Tool (DTAD oder bidfix.ai) und Analyse-Tool (Tender Automation, kinisto für Bauprojekte) bringt den größten Effizienzgewinn. Wenn Sie regelmäßig IT- oder Dienstleistungsvergaben bearbeiten, testen Sie ausdrücklich mit einem Anforderungskatalog — dort trennt sich die Spreu vom Weizen deutlicher als beim Bau-LV.

Enterprise (200+ Mitarbeiter)

Sie haben dedizierte Bid-Teams, komplexe Genehmigungsprozesse und benötigen ERP-Integration sowie Nutzerverwaltung. Einzelne Best-of-Breed-Tools reichen möglicherweise nicht aus.

Empfehlung: Evaluieren Sie Full-Suite-Anbieter und Bid-Management-Werkzeuge wie Brainial oder Aitenders gegen Ihre eigenen Abläufe. Enterprise-Lösungen haben längere Einrichtungszeiten, bieten aber tiefere Integration in bestehende Systeme.

Stärken und Grenzen der einzelnen Tools

Kein Tool ist in allen Bereichen führend. Hier eine ehrliche Einschätzung:

  • Tender Automation: Stark bei der Analyse — jede Aussage mit Fundstelle, Eignungsprüfung gegen das eigene Firmenprofil, Positionen mit Herstellervorschlägen samt Vertrauensstufe und Leistungsbeleg, Anfrageliste als Excel, Anfrageentwürfe je Anbieter und eine Konformitätstabelle, die auch Lastenhefte und Anforderungskataloge ohne Mengen abdeckt. Die Ausschreibungssuche ist im kostenlosen Zugang enthalten. Grenze: Bei der reinen Quellenabdeckung der Ausschreibungssuche sind die großen Aggregatoren deutlich breiter; 12 Quellen ersetzen keine Datenbank mit Tausenden. Wer flächendeckende Marktbeobachtung braucht, kombiniert.
  • DTAD: Größter deutscher Aggregator mit nach eigenen Angaben über 12.000 ausgewerteten Quellen — bei der Breite der Marktbeobachtung schwer zu schlagen, dazu redaktionell gepflegte Daten und ein KI-Assistent, der Eignungs- und Zuschlagskriterien aus den Unterlagen zieht. Grenze: Preise sind nicht veröffentlicht, der Einstieg läuft über den Vertrieb.
  • bidfix.ai: Nach eigenen Angaben „100 % Abdeckung in DE & EU“ und automatische Prüfung von Kriterien, Fristen und Eignung; die Suche ist kostenlos. Grenze: Die Preise der bezahlten Tarife stehen nicht auf der Website.
  • Vergabepilot.ai: Einer der wenigen Anbieter mit veröffentlichter Preisliste inklusive kostenlosem Einstiegstarif — Pluspunkt für alle, die ohne Vertriebsgespräch vergleichen wollen. Schwerpunkt nach eigener Beschreibung: „Von der Suche zur Teilnahmeentscheidung“, mit mehr als 300 Portalen.
  • kinisto: Entwickelt für den Baustoffhandel: erkennt Positionen aus E-Mail, PDF- oder GAEB-Datei und schlägt passende Produkte je LV-Position vor. Außerhalb des Bausektors weniger relevant.
  • GAEB.ai: Tochter des Elektrohandwerksverbands ZVEH, mit Anbindung an ERP-, PIM- und CRM-Systeme und einer kostenlosen Testauswertung eigener Unterlagen. Klarer Fokus auf das Elektrohandwerk.
  • Brainial: Deckt den Bid-Prozess von der Dokumentanalyse über die Bid/No-Bid-Entscheidung bis zur Texterstellung ab, Oberfläche in EN, NL, DE und SV, auf Teamarbeit ausgelegt. Zugang über einen Demo-Termin, Preise nicht veröffentlicht.

Fazit: Kombination schlägt Einzellösung

Kein einzelnes Tool deckt alle Phasen des Ausschreibungsprozesses gleichermaßen stark ab. Die effektivste Strategie für die meisten Unternehmen ist eine Kombination: Ein Discovery-Tool findet relevante Ausschreibungen, ein Analyse-Tool verarbeitet die Dokumente und erzeugt Anfragen.

Für Unternehmen, die gerade anfangen, Ausschreibungen systematisch zu bearbeiten, empfiehlt sich ein einfacher Einstieg: erst den Analyse-Schritt automatisieren — das ist der zeitintensivste — und die Quellenabdeckung ausbauen, wenn der Workflow grundsätzlich funktioniert. Der kostenlose Einstieg mehrerer Anbieter macht das inzwischen einfach: Nehmen Sie eine echte, laufende Ausschreibung und schicken Sie sie durch zwei oder drei Tools, bevor Sie sich festlegen. Genau das würden wir empfehlen — auch wenn wir dabei nicht immer gewinnen.

Testen Sie Tender Automation kostenlos — die Ausschreibungssuche und 3 vollständige Analysen je Monat ohne Kreditkarte, ohne Installationsaufwand, ohne Vertriebsgespräch.

Ausschreibungen finden und in Minuten verstehen

Suche, Merkliste und 3 Analysen je Monat sind kostenlos — jede Aussage mit Fundstelle in den Unterlagen.

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